{"id":751,"date":"2026-10-18T09:14:53","date_gmt":"2026-10-18T09:14:53","guid":{"rendered":"https:\/\/d-darks.com\/?p=751"},"modified":"2026-10-18T09:14:56","modified_gmt":"2026-10-18T09:14:56","slug":"tail-risiko-in-gewerbeimmobilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/d-darks.com\/en\/tail-risiko-in-gewerbeimmobilien\/","title":{"rendered":"Tail-Risiko in Gewerbeimmobilien: Restrukturierung und Marktstabilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Tail-Risiko in Gewerbeimmobilien<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Risikobeurteilung von Immobilieninvestitionen und -finanzierungen wird oft verkannt, dass sich das Risikoverhalten und damit das Verlustpotential grundlegend \u00e4ndert, sobald zuvor unabh\u00e4ngige Ereignisse ab einem gewissen Zeitpunkt voneinander abh\u00e4ngig werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald die Schwelle von an sich unabh\u00e4ngigen Ereignissen zu abh\u00e4ngigen Ereignissen \u00fcberschritten ist, greifen bisher angewandte Risikomodelle zu kurz!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kommt zu einer notorischen Untersch\u00e4tzung des Verlustrisikos. Lokale Verlustereignisse k\u00f6nnen sich dann sehr schnell zu gr\u00f6\u00dferen Fl\u00e4chenbr\u00e4nden ausweiten und die Finanzmarktstabilit\u00e4t gef\u00e4hrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Beitrag diskutieren wir, was \u201cAbh\u00e4ngige Ereignisse\u201d eigentlich sind, er\u00f6rtern die Konsequenzen solcher Ereignisse im Rahmen aktueller Beispiele aus der Immobilienbranche, leiten Handlungsalternativen im Rahmen des laufenden Risikomanagements und in der Restrukturierung ab bzw. kratzen an der Oberfl\u00e4che beim Thema Finanzmarktstabilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abh\u00e4ngige Ereignisse&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was sind nun solche \u201cAbh\u00e4ngigen Ereignisse\u201d, die in letzter Konsequenz einen ganzen Finanzmarkt mit sich rei\u00dfen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ein Kreditnehmer aufgrund eines z.B. Jobverlustes dessen Kreditraten nicht mehr zahlen kann, so kommt es in weiterer Folge zur F\u00e4lligstellung des zugrundeliegenden Kredits. Die F\u00e4lligstellung dieses einen Kredites hat aber keine Auswirkung auf andere Kreditnehmer bzw. hat auf deren R\u00fcckzahlungspotential in der Regel keinen Einfluss. Der Kredit wird als Non-Performing eingestuft und sollte sich in der erwarteten NPL-Quote der verwendeten Risikomodelle des finanzierenden Instituts wiederfinden und auch entsprechend in den Kreditmargen bereits eingepreist sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was passiert aber, wenn dieser Kreditnehmer und dazu noch viele andere Kreditnehmer \u00fcberm\u00e4ssige Kreditzusagen erhalten haben, die das wirtschaftliche Potential dieser Kreditnehmer weit \u00fcbersteigt und die L\u00fccke im wirtschaftlichen Potential durch strukturelle Kreditbedingungen, wie etwa tilgungsfreie Zeiten, kurzfristig abgefedert wurde? Bei Auslaufen der strukturellen Kreditbedingungen kommt es zu R\u00fcckzahlungsausf\u00e4llen und F\u00e4lligstellungen, die nicht mehr unabh\u00e4ngig voneinander zu betrachten sind. Die NPL-Quote steigt exponentiell und liegt weit \u00fcber dem, was herk\u00f6mmliche Risikomodelle erwarten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter herk\u00f6mmlichen Risikomodellen verstehen wir solche Modelle, die die exponentielle Entwicklung des Verlutspotentials und\/ oder der Verlustereignisse nicht ad\u00e4quat ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haben die finanzierenden Institute ihrerseits vorgesorgt und deren Risiko-Exposure aus Kreditgesch\u00e4ften \u00fcber Syndizierung, Platzierung von Fondsprodukten, Credit-Default Swaps und \u00e4hnlichem an andere Marktteilnehmer teilweise weitergegeben, so ist pl\u00f6tzlich nicht nur ein lokales Institut von den \u201c\u00fcberraschend\u201d hohen Verlusten betroffen, sondern es kommt zu einem sich rasch ausbreitenden Fl\u00e4chenbrand \u00fcber viele Finanzinstitute und dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommen auf dieser Ebene die sich exponentiell entwickelnden Verluste ebenso als \u00dcberraschung, da die verwendeten Risikomodelle derartige Verlustverl\u00e4ufe nicht ber\u00fccksichtigt haben, ist es nicht mehr weit zur Destabilisierung der Finanzmarktstabilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was wir hier beschrieben haben, ist kein hypothetisches Szenario. Es ist genau das, was sich, sehr rudiment\u00e4r zusammengefasst, im Rahmen der Globalen Finanzkrise abgespielt hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Run zum Ausgang: Offene Immobilienfonds<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sehr aktuelles Beispiel abh\u00e4ngiger Ereignisse und deren Konsequenzen erleben wir zur Zeit bei den Kapitalabfl\u00fcssen von Offenen Immobilienfonds in Deutschland und \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wesentliches Strukturrisiko bei Offenen Immobilienfonds liegt in dem Umstand, dass kurzfristig gebundenes Kapital mittel- bis langfristig in Immobilien bzw. Immobilienbeteiligungen gebunden wird. Die Liquidit\u00e4tsvorschriften Offener Immobilienfonds tragen diesem Umstand auch Rechnung, dass Investoren, unabh\u00e4ngig voneinander, jederzeit die R\u00fccknahme ihrer Anteile verlangen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommt es allerdings zu Schl\u00fcssel-Ereignissen, wie etwa die massive Abwertung einzelner Fonds mit Folgewirkung f\u00fcr die gesamte Branche oder die Anhebung des Zinsniveaus risiko\u00e4rmerer Veranlagungsm\u00f6glichkeiten \u00fcber das Renditeniveau Offener Fonds, kommt es bereits zu koordinierten R\u00fcckgabe Entscheidungen von Anlegern. Dieser \u00fcberm\u00e4\u00dfig auftretende Kapitalabfluss veranlasst wiederum andere Anleger, Anteile an Offenen Immobilienfonds abzusto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Run zum Ausgang hat eingesetzt. Die Anlageentscheidungen zur R\u00fcckgabe der Anteile sind voneinander abh\u00e4ngig geworden und erreichen ein f\u00fcr Fonds sehr ung\u00fcnstiges Momentum (siehe hierzu auch eine Studie der IREBS Immobilienakademie, ver\u00f6ffentlicht in Beitr\u00e4ge zur Immobilienwirtschaft\/ Heft 32).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abh\u00e4ngigkeit dieser Anlageentscheidungen hat nat\u00fcrlich enorme Auswirkungen sowohl auf die Liquidit\u00e4tssituation des Fonds selbst als auch auf die Werthaltigkeit der Fondsanteile. Ersteres zeigt sich in einem vermehrten Abfluss liquider Mittel, damit dem forcierten Verkauf von Immobilien bis hin zur Einf\u00fchrung zus\u00e4tzlicher liquidit\u00e4tssichernder Ma\u00dfnahmen und der fr\u00fchzeitigen Abwicklung Offener Immobilienfonds.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 1 zeigt die Entwicklung der Notierung durch die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG Notierung) sowie die Kursentwicklung an der B\u00f6rse Stuttgart eines Offenen Immobilienfonds (Stand: 14. Oktober 2026) als Beispiel f\u00fcr die explosive negative Wertentwicklung von Fondsanteilen, sobald an sich unabh\u00e4ngige Anlageentscheidungen voneinander abh\u00e4ngig werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"793\" height=\"561\" src=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-4.png\" alt=\"Offener immobilienfonds\" class=\"wp-image-756\" style=\"aspect-ratio:1.412987012987013;width:544px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-4.png 793w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-4-300x212.png 300w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-4-768x543.png 768w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-4-17x12.png 17w\" sizes=\"auto, (max-width: 793px) 100vw, 793px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 1: Aktuelle Entwicklung Anteile eines Offenen Immobilienfonds<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist recht deutlich der \u00dcbergang von einer ruhigen Wertentwicklung mit \u00fcberschaubarer Volatilit\u00e4t hin zu markanten Kurskorrekturen mit negativem Trend abzulesen. Statistisch betrachtet, ist ebenso eine wesentliche \u00c4nderung festzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend in \u201cnormalen\u201d Zeiten das Verlustrisiko am Fonds und damit die Risikoexponiertheit eines Anlegers \u00fcber volatilit\u00e4tsnahe Kennzahlen festgestellt und gesteuert werden kann, \u00e4ndert sich das Verhalten in der Wertentwicklung im Falle von abh\u00e4ngigen Ereignissen derart radikal, dass Volatilit\u00e4t mathematisch gar nicht mehr oder nur mehr eingeschr\u00e4nkt messbar wird. Bisherige Risikoeinsch\u00e4tzungen verlieren damit ihre G\u00fcltigkeit! \u00dcberraschungen im Verlustpotential sind damit vorprogrammiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen der derzeitigen Zinsentwicklung und der allgemein negativen Markteinsch\u00e4tzung im kommerziellen Immobilienbereich trifft dieser Umstand nat\u00fcrlich nicht nur die Anleger eines einzelnen Immobilienfonds. Die Ansteckung der Branche ist bereits weit fortgeschritten. Von einer drohenden Destabilisierung des Finanzmarktes zu sprechen, ist derzeit wohl noch \u00fcberzogen. Dennoch wird es zu schmerzhaften Bereinigungen in der Branche kommen mit m\u00f6glicherweise deutlichen Verlusten f\u00fcr nicht-institutionelle Anleger bei Anlageprodukten, die bisher mit niedrigem Risiko eingestuft wurden (wie die bisherige Risikoeinstufung mit der derzeit aufkommenden Verlustgef\u00e4hrdung zusammenpasst, haben wir in <a href=\"https:\/\/d-darks.com\/en\/open-ended-real-estate-funds-low-risk-illusion\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/d-darks.com\/en\/open-ended-real-estate-funds-low-risk-illusion\/\">diesem Beitrag<\/a> besprochen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Clusterverhalten bei Investitionsrenditen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die H\u00e4ufung von Verlustrisiken und das untersch\u00e4tzte Verlustpotential endet aber nicht im Equity - Bereich. Auch direkt im Asset - Bereich kann sich die Verhaltens\u00e4nderung in der Renditeentwicklung \u00e4u\u00dferst unangenehm auf das zugrundeliegende Immobilienportfolio auswirken. Abb. 2 zeigt die nominelle Entwicklung sowie die quartalsweise Ver\u00e4nderung der Spitzenrendite B\u00fcro Wien im Zeitablauf.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"793\" height=\"561\" src=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image.png\" alt=\"Spitzenrendite B\u00fcro Wien\" class=\"wp-image-752\" style=\"aspect-ratio:1.4147582697201018;width:556px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image.png 793w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-768x543.png 768w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-300x212.png 300w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-17x12.png 17w\" sizes=\"auto, (max-width: 793px) 100vw, 793px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 2: Spitzenrendite B\u00fcro Wien<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeitreihe wird von Phasen einer unver\u00e4nderten Rendite bzw. Phasen mit nur geringen Renditever\u00e4nderungen aber eindeutigem Trendverhalten dominiert. Diese Entwicklung wird von sehr heftigen Gegenbewegungen unterbrochen, wobei die \u00fcber lange Jahre aufgebaute Renditesenkung und damit die Werterh\u00f6hung der zugrundeliegenden Immobilien in nur kurzer Zeit fast vollst\u00e4ndig zunichte gemacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie aus Abb. 3 hervorgeht, kommt es in diesen kurzen Zeitr\u00e4umen zu einer zeitlichen H\u00e4ufung der Renditeanstiege.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"693\" height=\"624\" src=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-1.png\" alt=\"Cluster Verhalten bei Rendite Ansteigen\" class=\"wp-image-753\" style=\"aspect-ratio:1.1121856866537718;width:575px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-1.png 693w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-1-300x270.png 300w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-1-13x12.png 13w\" sizes=\"auto, (max-width: 693px) 100vw, 693px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 3: Clusterverhalten bei Renditeanstiegen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Tendenz zum Clusterverhalten und die au\u00dfergew\u00f6hnliche H\u00f6he der Renditeverh\u00e4nderungen, lassen den Schlu\u00df zu, da\u00df sich die Renditeentwicklung bei Marktkorrekturen wesentlich anders als in \u201cnormalen\u201d Marktphasen verh\u00e4lt. Und diese Marktkorrekturen werden nat\u00fcrlich nicht von unabh\u00e4ngigen Einzelereignissen ausgel\u00f6st, sondern sind die Konsequenz abh\u00e4ngiger, sich gegenseitig beeinflussender Ereignisse (z.B. Offene Fonds, die aufgrund ihrer Liquidit\u00e4tserfordernisse mit erh\u00f6htem Verkaufsdruck auf den Markt dr\u00e4ngen, Investoren mit zu hohem Leverage, die aufgrund der gestiegenen Zinsen, den Schuldendienst nicht mehr bedienen k\u00f6nnen und damit in Bulk auf der Verk\u00e4uferseite auftreten u.\u00e4.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betrachtet man die H\u00e4ufigkeit einzelner Renditebewegungen und subsumiert man diese Werte in eine entsprechende Verteilungskurve, so kann man erkennen, dass insbesondere die f\u00fcr Investoren und Finanzierer ung\u00fcnstigen Renditeanstiege eine ma\u00dfgebende Auspr\u00e4gung im Grenzbereich (sog. Tail - Bereich) aufweisen (siehe Abb. 4).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"693\" height=\"624\" src=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-3.png\" alt=\"Verteilung der Rendite Ver\u00e4nderung\" class=\"wp-image-755\" style=\"aspect-ratio:1.1136363636363635;width:539px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-3.png 693w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-3-300x270.png 300w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-3-13x12.png 13w\" sizes=\"auto, (max-width: 693px) 100vw, 693px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 4: Verteilung der Renditever\u00e4nderungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verteilungskurve kann dabei in zwei Abschnitte unterteilt werden. Einerseits ist da der \u201cK\u00f6rper\u201d der Verteilung, also jener Bereich, in der sich die Rendite gar nicht oder nur geringf\u00fcgig \u00e4ndert (das ist der Bereich zwischen den roten gestrichelten Linien in Abb. 4). Die Mehrheit der Quartale in dem von uns betrachteten Zeitraum fallen in diese Kategorie. Aus risikotechnischer Sicht leisten hier volatilit\u00e4tsbasierte Kennzahlen entsprechende Resultate zur Risikosteuerung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits m\u00fcssen wir ein besonderes Augenmerk auf den Tail - Bereich der Verteilung werfen, wobei uns hier vor allem der Bereich der positiven Renditever\u00e4nderungen interessiert. In einem ersten vorsichtigen Ansatz (vorsichtig deshalb, da die Anzahl der verf\u00fcgbaren Perioden beschr\u00e4nkt ist) zeigt die Kurve der (kumulierten) Auftrittswahrscheinlichkeiten in diesem Grenzbereich einen relativ flachen Verlauf (siehe rote durchg\u00e4ngige Linie in Abb. 5).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"693\" height=\"624\" src=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-2.png\" alt=\"Pareto Tail der Randiteanstiege\" class=\"wp-image-754\" style=\"aspect-ratio:1.1117764471057885;width:557px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-2.png 693w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-2-300x270.png 300w, https:\/\/d-darks.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/image-2-13x12.png 13w\" sizes=\"auto, (max-width: 693px) 100vw, 693px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 5: Verhalten im Grenzbereich<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pr\u00e4dikat \u201cflach\u201d in diesem Zusammenhang leitet zwei wesentliche Konsequenzen ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Der bisher gr\u00f6\u00dfte Renditeanstieg in der empirischen Zeitreihe belief sich auf knapp \u00fcber 21 %. Dennoch fallen dar\u00fcber hinausgehende Anstiege (siehe rote gestrichelte Linie in Abb. 5) durchaus in das Verhaltensmuster der Renditeentwicklung (wenn auch mit weitaus geringerer Wahrscheinlichkeit) und m\u00fcssen in der Risikobeurteilung mit ber\u00fccksichtigt werden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<ol start=\"2\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Der in Abb. 5 als roter Bereich ausgewiesene Grenzbereich positiver Renditever\u00e4nderungen weist eine Steigung von alpha = 2.6 auf. Das hei\u00dft, dass der Mittelwert als erstes Moment der Verteilungskurve (der Rendite\u00e4nderungen) zwar vorhanden ist (hier um die 0%), die Volatilit\u00e4t als zweites Moment der Verteilungskurve ist allerdings nur sehr eingeschr\u00e4nkt vorhanden bzw. verh\u00e4lt sich instabil. Damit greifen volatilit\u00e4tsbasierte Kennzahlen zur Risikosteuerung jedenfalls zu kurz. Das tats\u00e4chliche Verlustpotential kann mit diesen Methoden nicht mehr verifiziert werden und es kann damit zu sehr b\u00f6sen \u00dcberraschungen kommen. Anders formuliert, das \u00c4nderungsverhalten im Tail-Bereich der Verteilungskurve ist v\u00f6llig anders als im K\u00f6rper der Verteilungskurve.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Praktische Relevanz<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese markante \u00c4nderung von Verhaltensmustern und das, was im Tail - Bereich der Verteilung sichtbar wird, ist f\u00fcr sich genommen eine statistische Beobachtung. Ihre Relevanz entsteht erst dort, wo Investitionen gesteuert, Finanzierungen restrukturiert und M\u00e4rkte beaufsichtigt werden. Hier w\u00fcrden wir gerne drei Ebenen herausgreifen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Laufendes Risikomanagement:<\/strong> Um das Risiko von Investitionen und Finanzierungen realistischer einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, ist das Hauptaugenmerk auf den Grenzbereich der statistischen Wahrscheinlichkeitsverteilung zu legen. Um es nochmals zu wiederholen, das ist dort, wo Ereignisse voneinander abh\u00e4ngig werden und sich gegenseitig zu beeinflussen beginnen. Genau in diesem Bereich kommt es zu Clusterbildungen, erratischen Spr\u00fcngen, exponentiellem Verlustpotential und sonstigen unerwarteten Entwicklungen, die zu b\u00f6sen \u00dcberraschungen f\u00fchren k\u00f6nnen. F\u00fcr die Konsequenzen daraus ist entsprechend vorzusorgen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit des Eintritts solcher Situationen als eher gering angesehen wird. Wie sich allerdings&nbsp; auch geringe Wahrscheinlichkeiten im Zeitablauf als Risiko bemerkbar machen k\u00f6nnen, siehe<a href=\"https:\/\/christianschitton.medium.com\/death-of-a-company-the-gamblers-ruin-73d0a7a7e094\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/christianschitton.medium.com\/death-of-a-company-the-gamblers-ruin-73d0a7a7e094\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> hier<\/a>.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<ol start=\"2\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Restrukturierung:<\/strong> In der Restrukturierung verschiebt sich vor allem die zeitliche Dimension. Schnelles Handeln zur Absicherung der Investitions- und Finanzierungspositionen ist gefragt. Der Versuch des \u201cDurchtauchens\u201d und das Hoffen auf bessere Zeiten sind hier jedenfalls die falsche Strategie. Daf\u00fcr sind in Krisenzeiten die Marktbewegungen zu unvorhersehbar. Nat\u00fcrlich, die dunklen Wolken, die am Markthorizont auftauchen, k\u00f6nnen auch wieder weichen. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass aus den dunklen Wolken ein richtiger Sturm losbricht, ist wesentlich h\u00f6her. Schnelles und entschiedenes Handeln sind insbesondere im Hinblick auf die relativ langen Transaktionszeiten bei kommerziellen Immobilien besonders entscheidend.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<ol start=\"3\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Finanzmarktstabilit\u00e4t: <\/strong>Die hier an einem einzelnen Fonds und an einer einzelnen Investitionsrendite gezeigten Muster wirken \u00fcber das jeweilige Einzelobjekt hinaus. Marktteilnehmer sind \u00fcber den Transaktionsmarkt, laufende Liquidit\u00e4tserfordernisse sowie Finanzierungsstrukturen eng miteinander verbunden, begreifen sich in der eigenen Risikobetrachtung allerdings \u00fcblicherweise als voneinander getrennt (also voneinander unabh\u00e4ngig). Ein als lokal begrenzt wahrgenommenes Verlustereignis kann \u00fcber diese engen Verflechtungen rasch in einen Fl\u00e4chenbrand im Finanzmarkt \u00fcbergehen.&nbsp;<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die entsprechenden Aufsichtsbeh\u00f6rden w\u00e4re es unter Umst\u00e4nden ein Ansatz, diese Abh\u00e4ngigkeiten verst\u00e4rkt in das Marktmonitoring aufzunehmen. Zum einen greift das Abstellen auf rein quantitative Marktkennzahlen m\u00f6glicherweise zu kurz, da diese \u00c4nderungen im Marktverhalten entweder gar nicht oder viel zu sp\u00e4t wiedergegeben werden. Zus\u00e4tzliches Monitoring etwa \u00fcber Marktstimmungsparameter w\u00e4ren eventuell eine L\u00f6sung, um eine fr\u00fchzeitige \u00c4nderung der Marktintention einfangen zu k\u00f6nnen. Zum anderen k\u00f6nnten rein volatilit\u00e4tsbasierte Risikomodelle durch solche Modelle erg\u00e4nzt werden, die Clusterverhalten, abh\u00e4ngige Ereignisse und Potenzverhalten der zugrundeliegenden Parameter (i.e. Power-Law Verhalten) entsprechend ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tail-Risiko in Gewerbeimmobilien entsteht, sobald Ereignisse voneinander abh\u00e4ngig werden. 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